Montag, 8. Oktober 2012

- 478 - Die Taschenuhr ( Haiku )

Ich greife hinein,
In meine Hosentasche.
Dort liegt sie und tickt.


Erinnerungen,
Aus längst vergangener Zeit.
Ich hör, es ticken.


Ich hole sie raus,
Aus meiner Hosentasche.
Und ich halte sie.


Das leise ticken,
Gleich der vielen Herzschläge,
Die aus meiner Brust.


Und so verstrich sie,
Wie Sand zwischen den Fingern,
Die Zeit in der Hand.


Dort halte ich sie,
Ich halte die Taschenuhr,
In meinen Händen.


Und sie tickt und tickt,
Ich streiche über das Glas.
Am Ende, ticken.


 [ Eine kleine Widmung an die Person die mich momentan am meisten inspiriert, da ich ja in Erfahrung bringen konnte das diese Taschenuhren sehr mag, dachte ich mir ich sollte etwas über Taschenuhren schreiben. Da Taschenuhren etwas Magisches an sich haben, war es eh ein Thema was mir schon etwas länger unter der Haut saß. // Jeder Moment ist ein kostbarer, selbst die Momente wo wir einfach still stehen und dem Ticken einer Uhr lauschen. ]

Sonntag, 7. Oktober 2012

- 477 - Vollkommenheit

Und der erste Schnee, er fiel vom Himmel,
Hüllte die schöne Landschaft in ein Kleid.
Ich wollte keinen Schritt wagen,
Um dieser Vollkommenheit zu schaden.


Ich war gerührt von dem Anblick der dort vor mir lag,
Doch betrübte mein Herz meine Sinne.
In all dieser Vollkommenheit die sich vor mir bot,
Fehlte etwas um zu vollenden was ich sah.


Ich wollte nicht gehen, doch Schritt ich voran,
Meine Spuren im Schnee.
Die der Wind langsam davon trug,
Eine Erinnerung die mir blieb.


Und der erste so unberührte Schnee,
In seine Vollkommenheit die sich vor mir bot.
Nun beschmutzt von meinen Spuren für eine kurze Zeit,
Doch keine Zeit die mir blieb um den Moment zu kosten.


Ob er wohl nach Honig schmecken würde,
Wenn ich ihn nur kosten könnt.
Doch hab ich keine Zeit um dort zu stehen,
In dieser Vollkommenheit.


Eine Vollkommenheit so unvollkommen,
Mein Herz welches mich so sehr betrübt.
Der weiße Schnee mit den Spuren,
Die langsam durch den Wind vergehen.


Doch warum betrübt mich mein Herz in meiner Brust,
Wovor hab ich so eine große Angst.
Welches Risiko wird sich mir zeigen,
Bliebe ich für diesen Moment stehen.


Würde mich der Wind davon wehen,
Als bestünde ich selbst aus Pulverschnee.
Um am Ende zu wissen was der Vollkommenheit fehlte?
Meine vollkommene Aufmerksamkeit,


Für diesen ach so vollkommenen Moment.

- 476 - Von grünen Augen

Mir hielt der Atem an,
In dem Moment wo ich in der ihren sah.
Sprachlos von den kunstvoll geschmiedeten Fassungen,
In denen diese aus Jade gemachten Augen waren.


Wollte ich die Haut aus Porzellan einmal berühren,
Nur um zu wissen wie es sich anfühlt.
Konnte ich mich davon halten?
Aus Angst sie zu zerstören.


Ich roch die Rosen nach der sie duftete,
Als stünde ich in einem Garten.
Ihr Herz klopfte und schlug,
Doch hörte ich den Klang der Natur.


In ihr vereinte sich alles was ich so begehrte,
Wahre Natur, welche in ihr lebt.
Die Lippen die nicht zum Bilde passen,
So rot, das ich mich nach ihnen verzehr.


Die Ranken die du zu mir schicktest,
Umfassen nun mein Herz.
Ich würde es dir überlassen,
Doch dann würde ich dich doch verlieren.


Und ein Blick in deine Jadeaugen,
Reicht mir um den letzten Atemzug zu tun.
Denn ich weiß wo mein Herz verbleiben wird,
Nun ein Teil von dir.


Du bist die Fassung für mein Herz,
Deine Jade mit meinem Rubin.
Doch all der Reichtum den du darstellen magst, 
Überwiegt nicht das was du für mich bist.


Und der Gedanke an die Porzellanhaut,
Die ich in jungen Jahren berühren wollt.
Ich tat den Schritt als ich dir das meine gab,
Mein Rubin aus meiner Brust.


Die Schritte die ich dir näher kam,
Meine Hand erhoben ganz nah an die deinen Lippen.
Kam ich ihnen näher um zu wissen wie sich fühlen,
Keine Angst vor dem was dort passiert.


Ich gab dir mein Herz aus Rubin,
Meine Augen fest auf die dein Jade gerichtet.
Meine Finger die dich streifen,
Keine Risse die sie hinterlassen.


Nur das Gefühl von deiner warmen nach Rosen duftenden Haut.
Und die Erinnerungen.


Von grünen Augen.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

- 475 - Ein Blick von der Brücke

In den verschiedensten Farben strahlt es vom Himmel,
Bei Regen einer schönen Zeit.
Ich stehe hier auf einer Brücke,
Und ich blicke in die Ewigkeit.


Von oben aus kann man alles überblicken,
Die Welt und wie sie weiterzieht,
Von hier oben kann man alles erkennen,
Von hier oben man wirklich alles sieht.


Die Menschen wandeln in ihrer wahren Natur,
Ungehemmt ins graue Leben,
Ohne zu wissen was das Schicksal hält,
Bis sie sich ihr eigenes weben.


Oben auf der Brücke, dort sehe ich die schönsten Dinge passieren,
Liebende die sich finden oder wie Liebe entsteht.
Doch das Verstehen dahinter ist mir nicht klar,
Wenn man nicht von der Brücke runter geht.


Ich sitze auf meinem hohen Ross,
Lächel, lache, richte.
Über alle Menschen die ich sehe,
Über die ich von hier oben berichte.


Ich gucke mir ihr Leben an, als würde ich es selber Leben,
Schalte ich mich an auf dieser Brücke.
Dann sehe ich vielleicht,
Nur vielleicht, wie ich selbst dort unten missglücke.


Als wäre dies das Abendprogramm,
In einer längst vergangenen Zeit.
Ich sehe sogar schlimme Dinge,
Sterben und auch Leid.


Von hier oben aus kann ich alles sehen,
Kann jeden Mensch auf die Hände blicken.
Doch die Erfahrung lässt uns wachsen,
Und ohne das eigene Atmen wird man ersticken.


Nun sitz ich hier auf meinem hohen Ross,
Mein Blick nach unten gesenkt,
Saß ich nur oben ganz allein,
Hab ich mein Leben wirklich verschenkt?


Wir können auf der Brücke vieles sehen,
Die Schönheit und vieles mehr.
Doch dürfen wir nicht vergessen,
Das Leben ist auch mal schwer.


Wir dürfen keine Angst vor dem entwickeln,
Was wir möglicherweise sehen.
Wir müssen nach unten wandeln,
Um es selber zu verstehen.


Wir mögen zwar viele Dinge sehen,
Vom Guten bis zum Schlechten.
Doch am Ende müssen wir es selber wagen,
Unser eigenes Leben fechten.


Die Brücke ist ein mystischer Ort,
An dem wir viel erleben.
Doch ein Blick von oben genügt nicht,
Um wahrlich zu leben.


 [ Inspiration durch einen Blogger-Kollegen Weltfremd // Wir dürfen nicht einfach auf einer Brücke stehen und von oben das Leben anderer belächeln, am Ende müssen wir unser Leben immer selbst leben. ]

- 850 - (K)eine Lust

Die ewige Leier, es dreht sich im Kreis. Alpha und Omega, der Anfang und das Ende. Könnte gähnen, so ermüdend ist dieses Thema für mich. Las...