Dienstag, 24. Dezember 2013

- 837 - Protokolle

Um den Tag heute abzurunden, dachte ich mir zu schreiben,
Wie schwer es ist das Schreiben der Protokolle nicht abzuschreiben.
Denn sind auch sie nicht faszinierend anzusehen,
Wenn sie erst einmal fertig sind?


Doch wer hät's gedacht, es gibt nen Haken,
Wer möchte sie denn noch schreiben?
Sie mühselig ausarbeiten und zusammenfassen,
Ohne zu erfassen, die Sachen falsch anzufassen.


Es falsch anzugehen, fast anzulaufen,
Wenn einem die Zeit wegläuft.
Die Zeit rennt ihr Rennen,
Und ihr Teilnehmer, das Protokoll... schläft.


Welche Ironie es doch mit sich trägt,
Weil der Auszutragende, der es kaum mehr erträgt.
Das Schlafen missen muss,
Aber hey das Protokoll ist für dich da.


Es liegt dort, direkt vor dir,
Munter dich auf, ist für dich da!
Mit seinen scheinenden weißen leeren Seiten,
Oh.. leere weiße Seiten.


Nun sitzt du hier zu später Stunde,
Die Kaffeemaschine klappert und singt ihre Lieder.
Und du, ja du sitzt mit müden Augen,
Augenscheinlich vor einem nichtgemachten Protokoll.


Denk nur an all die schönen Sachen,
Die du jetzt machen könntest.
Wenn das Wörtchen 'Protokoll' nicht wäre,
Wäre dein Tag vermutlich genauso am Arsch.


Dann würde es eben anders heißen,
Mit einer signifikanten Gleichheit.
Denn egal wie es auch heißen möge,
Es gleicht halt einem nichtgemachten Protokoll.


Aber mal ehrlich, Protokolle sind gar nicht so schlimm,
Denn wer sie macht, hat viel zu lachen.
Viel Spaß, doch Freizeit steht in Klammern,
Weil sich Protokolle an uns klammern.


Auch sie brauchen Liebe und Geborgenheit,
Wer schreibt sie schon auf rosarotem Papier?
Vielleicht sollten wir ihnen etwas davon geben,
An den Tagen an denen wir sie abgeben.


Doch denkt dran,
Schreibt sie nicht einfach ab.
Denn sie,
Schreiben euch niemals ab.

- 836 - Wie frischer Schnee

Wie frischer Schnee bedeckst du meine Gedanken,
Hinterlasse Spuren damit ich dich finden kann.
Lass mich dich erfinden, lass mich dich entdecken,
Entlocke dir meine Wärme, ohne an ihr zu vergehen.


Versuche nicht durch mich zu schmelzen,
Verfließe nicht durch Geist und Seele.
Weder durch meine Hände,
Noch durch meinen Verstand.


Verflüchtige nicht,
Lass dich nicht mit dem Wind tragen.
Fülle meine Lungen,
Mit deinem Leben.


Wie frischer Schnee bedeckst du meine Gedanken,
Hinterlasse Spuren die mich zu dir führen.
Lass mich dich entführen, lass mich dich verführen,
Bis mein heißer Atem auf dir entfährt.


Vergehe nicht,
Sondern ergehe in ihm.
Lass dich wärmen,
Endlich wärmen.


Spüre endlich mehr,
Mehr als dir deine eigene Haut bieten kann.
Endlich mehr,
Als mir meine eigene Haut bietet.


Wie frischer Schnee bedeckst du meine Gedanken,
Hinterlasse Spuren die zu dir gehören.
Lass mich dich hören, lass mich dich erhören,
Verhöre mein warmes schlagendes Herz.


Greif hinein,
Und nimm, was schon immer dir gehörte.
Greif hinein,
Ohne dich in mir aufzulösen.


Ohne zu verblassen,
Und zu Wasser zu schmelzen.
Verdampfe nicht, du bestehst,
Du bestehst in meinen Gedanken.


Wir frischer Schnee.

Montag, 2. Dezember 2013

- 835 - Fußspuren im Sand

Schritt für Schritt, immer tiefer ins Ungewisse,
Raus aus der Realität.
Raus aus der Geborgenheit,
Unserer warmen Gedanken.


Soll die Nacht uns umflügeln,
Der Mond soll uns leiten.
In der Dunkelheit wo die Stille unser  Begleiter ist,
Und nur Fußspuren im Sand von unserer Existenz zeugen.


Vergesst die Pfade,
Vergesst die Wege.
Keinem Wind,
Doch nur der Freiheit folgen.


Mit Blut auf den Lippen,
Und dem Sand unter den Sohlen.
Mit dem Staub auf der Zunge,
Wo einstig Worte wohnten.


Wir sind befreit,
Losgelöst.
Erlöst,
Aufgelöst.


Vom Winde verweht,
Wie Staubkörner in alle Himmelsrichtungen.
Weggepustet,
Aus den Erinnerungen.


Bis sie unseren Fußstapfen folgen,
Uns nachjagen und verfolgen.
Ohne jemals von unserer Geschichte,
Gekostet zu haben.


Wir sind die verblasste Tinte alter Bücher,
Der Nachhall gesprochener Worte.
Der Ursprung alles Denkens,
Das einsame Blatt im Wind.


Wir sind die Fußspuren im Sand.