Donnerstag, 27. April 2017

- 849 - Eingraviert

Heute habe ich das Lächeln der Menschen in mich eingraviert. Habe es verewigt in meinen Gedanken und verschlungen. In mich geblickt und eingedrungen um mit jeder Faser zu transformieren, aus dem alten Selbst tranzendieren. Mich verpuppen und durch Metamorphose neu entstehen. Will das Lächeln in und an mir tragen um es weiterzugeben, ohne es auf- oder abzugeben. Selbst wenn das Leben aus auf's und ab's besteht, soll dieses Lächeln weiterbestehen. Denn will ich's in die Welt durch mich tragen, so dass auch andere Menschen die Welt nicht mit einem falschen Lächeln ertragen und lieber eher sagen, dass auch sie sich dieses Lächeln eingravieren. Es sich in Stein meißeln und für immer beibehalten, umschlingen und fest daran haften, da sich Gedanken an ein Lächeln ewig erhalten.

Donnerstag, 7. August 2014

- 848 - Von schlaflosen Nächten und weißen Blättern

Schon so viele Stunden bist du wach,
Hast sie einfach nur damit verbracht.
Über all die Dinge zu fantasieren,
Die in deinen Gedanken passieren.


Du malst dir alles aus, bis hin ins kleinste Detail.
In deinem Kopfe fühlst du dich frei.
Doch du kommst nicht hinweg, über die weißen Seiten,
Die Nacht für Nacht deine Gedanken begleiten.


Im Kerzenschein und Geborgenheit,
Verleihst auch du ihnen, etwas Zweisamkeit.
Doch du bist nicht in der Lage deinen Rahmen zu sprengen,
Und es gelangt dir nicht sie abzuhängen.


Die Parameter die dich an diese Seiten binden,
Ohne auch nur im Ansatz deine Grenzen zu überwinden.
Nicht ein Stückchen weiter mag es gelangen,
Sind deine Gedanken in diesen Seiten gefangen?


In trauriger Lage musst du begreifen,
Dass deine Gedanken niemals reifen.
Wo nichts reift, wird vermutlich nichts mehr entstehen,
Und dich nicht zu befreien, ist dein einziges Vergehen.


Dein einziges Vergehen, welches dich hindert,
Für dieses gar schmackhafte Dessert.
Welten zu erfinden,
Die nicht mehr werden und einfach verschwinden.


Welten die nie ihre volle Größe erreichen,
Weil sie auch niemals den weißen Seiten weichen.
Weil du es nicht schaffst über dich hinauszuragen,
Und da stelle ich mir viele Fragen.


Woran es wohl liegen mag, dass dich das Drumherum nicht interessiert,
Was wohl außerhalb des weißen Blattes passiert?
Dass es dich nicht zu kümmern scheint dich neuzuerfinden,
Und du dich zufrieden gibst, dass die Grenzen dein Wachstum unterbinden.


Möchtest du denn niemals erfahren wohin dich deine Gedanken tragen?
Möchtest du wirklich niemals hinterfragen.
Bis wohin sie reichen und wohin sie führen?
Möchtest du niemals mehr als deine Grenzen spüren?


Willst du dich denn niemals überwinden und in alle Richtungen brechen,
Die dir jede Freiheit und noch mehr versprechen?
Willst du niemals erfahren was es heißt sich selbst zu modellieren,
Und deinen Geist ins unermessliche zu potenzieren?


Lass dich nicht mehr weiter an deine Grenzen ketten,
Schneide sie durch und lass dich retten.
Von dir selbst und deinem endlosen Verlangen,
Endlich, ja endlich die Freiheit deines Denkens zu erlangen.


So fülle keine Blätter mit deinen Gedanken,
So fülle die Welt mit deinem Sein.

Donnerstag, 31. Juli 2014

- 847 - Vielleicht merken wir irgendwann

Du sprichst deine Worte ohne Bedenken,
Ohne ihnen auch nur etwas Wahrheit zu schenken.
Versprichst uns die Welt in all ihren Farben,
Doch am Ende bleibt nichts, was wirst du noch haben?

Verschließt beide Augen und beide Ohren,
Als wärst du nie in diese Welt hineingeboren.
Als würdest du diese Menschen nicht mehr erkennen,
Und dich langsam von ihnen trennen.

Du entschließt dich dazu neue Ruten einzuschlagen,
Ohne auch nur einmal zu fragen.
Ob man dir dahin folgen kann,
Und vielleicht merkst du ja auch irgendwann.

Dass sich hier unsere Wege gabeln.

Keine Trauer und auch keine Tränen,
Sind es wert es zu erwähnen.
Oder gar nur daran zu denken,
Was wir hier und heute verschenken.

Denn manchmal ist es Zeit zu reifen und zu begreifen,
Was wir ziehen lassen und was wir ergreifen.
Wann es Zeit ist die Menschen nicht gehen zu lassen,
Und wann es Zeit ist sie zu verlassen.

Manchmal müssen wir unseren Blick auf unsere eigenen Wege richten,
Weitergehen und auf etwas Wichtiges verzichten.
Weil wir in ihren Augen nicht mehr wichtig zu sein scheinen,
Und es bringt uns nichts zu weinen.

Denn vielleicht merken wir ja auch irgendwann,
Dass sich unsere Wege gabeln.

Sonntag, 22. Juni 2014

- 846 - Nähte

Entblöße meine Gedanken,
Reiße meinen Leib entzwei und blicke hinein.
Öffne die Seiten,
Auf denen mein Sein geschrieben steht.

Präge es dir ein und lerne mich zu lieben,
Flicke mich zusammen und schreibe es nieder.
Fülle all die leeren Seiten,
Und hauche dich in mich hinein.

Flüstere all deine Geheimnisse,
Auf dass sie in mir ruhen.
Lass sie nie mehr welken,
Lieber in mir blühen.

Wo sie genau wie du Frieden finden,
Nie mehr Schatten in der sie Zuflucht suchten.
Nie mehr Schatten,
In der sie niemals eine Zuflucht fanden.

Lass mich expandieren,
Den Einband sprengen.
Deine Seiten füllen,
Dir das gleiche tun wie du mir.

Lass es uns gleich tun,
Die Erfüllung finden und diffundieren.
Bis wir die Substanz durchdringen,
Und verstehen.

Lass uns zerreißen,
Und neu erfinden.
Lass uns fliehen,
Und uns neu entdecken.

Lass uns die Seiten herausreißen,
Sie zu Papierfliegern falten und in die Welt befördern.
Denn wir brauchen sie nicht mehr,
Wir brauchten sie nie.

Streiche über meine Nähte,
Und vergesse nie was war.
Streiche über mein Gesicht,
Und vergesse niemals was ich bin.

Dein

- 845 - Trockener Regen

Du merkst es erst spät, der winzige Regen,
Trocken wie Staub, sich langsam legend.
Wände so klar, du kannst sie nicht sehen,
Keine Bewegung gewährt, du kommst zum Stehen.

Um dich herum, schallendes Lachen,
Die Nacht bricht ein, die Kerzen entfachen.
Und der Mond verstreicht seine ruhigen Stunden,
Dort hast du dich selbst im Glas wiedergefunden.

Hier stehst du still, im einsamen Schein,
Innerhalb der Wände, gänzlich allein.
Draußen Gelächter, doch drinnen ganz leis,
Die Kerzen erloschen, dein Körper wie Eis.

Dort rieselt der Regen, leise umher,
Legt sich langsam immer werdender schwer.
Auf deinen Leib, es presst dich nieder,
Langsam schließt du deine Augenlieder.

Neid entfacht, die Eifersucht lebt,
Dein Atem versiegt, dein Körper bebt.
Du presst eine Hand gegen kühlendes Glas,
Hier drinnen so einsam, doch draußen der Spaß.

Du möchtest dort raus, du fühlst dich gefangen,
Eingesperrt, verlassen, einfach gehangen.
Doch es lag nie an ihnen, es lag nur an dir,
Heute bist du es, heute stehst du hier.

Du standest so still, ohne Worte zu sagen,
Du warst nie bereit, darüber zu klagen.
Hast es hingenommen und dich beinahe selber verloren,
Und noch schlimmer sie, sie alle um dich herum.

Du nimmst deine Faust und schlägst gegen die Wand,
Deine Gefühle schwinden ganz aus der Hand.
Der feine Regen er rieselt so trocken,
Und du begreifst viel zu spät, so endlos erschrocken.

Wie Sand auf dich fällt,
Dich gefangen hält.
In einer Sanduhr dessen Sand zur Neige geht,
Und nicht mehr viel Zeit besteht.

Um etwas zu tun, um etwas zu machen,
Du musst endlich, ja endlich erwachen.
Dir rennt die Zeit hinfort, wo ist sie geblieben,
Die Zeit zwischen Zeigefinder und Daumen zerrieben.

Wenn sich nichts ändert werden deine Freunde verschwinden,
Aus deinem Blick und du aus ihren Sinnen.
Und es fühlt sich an als wärest du in einer Sanduhr gefangen,
Was du jetzt musst ist die Freiheit erlangen.

Löse dich, befreie dich und spreng deine Ketten,
Halte dich fest, du musst dich jetzt retten.
Sprich wahre Worte und lass sie nicht ziehen,
Weil du glaubst dass sie etwas Besseres verdienen.

Denn du bist schon das Beste was sie in dir sehen,
Die freundschaftlich vor dir stehen.
Und dich zum Besten machen, weil sie dich ergänzen,
Also breche das Glas und sprenge die Grenzen.


[ Dieser Text ist einer anonymen Person gewidmet die mich bat etwas über Eifersucht und Vernachlässigung zu schreiben. Da ich selbst in einer naja Situation der Vernachlässigung stecke/steckte habe ich gute Ansätze dafür finden können. Ich hoffe dir gefällt der Text ]

Freitag, 11. April 2014

- 844 - Mit den Augen eines Rehs

Ich wandele durch den Wald meiner Gedanken,
Als stünde ich im festen Griff der flinken Ranken.
Die über den Boden wuchern und sich stätig strecken,
Bis sie bald schon die ganze Welt bedecken.

Ich wage mich tiefer in diesen Hain hinein,
Dort sind und waren wir noch nie allein.
Wo die frische Luft die Lungen füllt,
Und kalter Nebel den Blick umhüllt.

Ich wandele und wandele meinen Weg voran,
Doch ich merke erst jetzt ja irgendwann.
Dass sich die Bäume und Ranken vom Wege spalten,
Bis mich meine Blicke auf der Ebene gefangen halten.

Ich blicke umher und kann meine Ruhe kaum mehr bewahren,
So schien es verloren in den letzten Jahren.
Das Gefühl welches sich langsam erhebt,
Und mein Herz alleine vor Aufregung bebt.

Treffen sich die Augen jener die sich bald schon verstehen,
Obwohl sie sich doch zum ersten Mal sehen.
Und auf meiner Haut scheint dein Blick zu liegen,
Mit den Augen eines Rehs mich in Ruhe zu wiegen.

Dort fällt mein Herz und lässt sich nie mehr stillen,
Denn ich spüre es bei meinem eigenen Willen.
Das endlose verlangen dir Nah zu sein,
Als wäre mein Herz schon so lange dein.

Ich bewege mich fort, doch du lässt Vorsicht walten,
Als gäbe es nichts, was könnte dich halten.
Keine Kette, keine Kraft, kein einziges Wort,
Und ein Atemzug reicht und du währest schon fort.

Ich hebe meine Hand, du weichst leicht zurück,
Ich komme dir näher, du weichst noch ein Stück.
Ich halte inne, so tust du's mir gleich,
Dein Blick ist erst hart, doch dann wird er weich.

Dort stehe ich still und du kommst mir näher,
Deine Flanken zittern und es fällt dir so schwer.
Doch wagst du dich voran und als du mich berührst,
Zum ersten Mal die Wärme meines Körpers spürst.

Da entsteht Vertrauen in etwas Menschlichkeit,
Etwas mehr Licht in der Dunkelheit.
Und mehr Wärme als wir beide kennen,
Denn davor könnte ich niemals rennen.

Ich mag deinen Blick auf mir wissen,
Ich möchte das Gefühl niemals vermissen.
Und betrachte mich so lange es geht,
So lange mein Herz auf dieser Ebene steht.

Betrachte mich,
Ja betrachte mich mit den Augen eines Rehs.