Dienstag, 31. Juli 2012

- 406 - Du und ich, so fern

Ich
Du
Worin
Ähneln
Atem
Stille
Tränen
Streit
Liebe
Küsse
Herzklopfen
Abschied
Wiedersehen
Trennung
Verlieben

Vergessen
Zusammenkommen
Verabschieden
Erscheinen
Herzstillstand
Spucken
Hass
Freude
Lachen
Lärm
Atemlosigkeit
Unterscheiden
Woraus
Ich
Du

- 405 - Haiku 3

Mondschauer Nächte,
Über uns ein Meer aus Licht,
In der Luft, Parfüm.

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In der Brust ein Schlag,
Noch einer, der auf ihn folgt,
In ihm schlägt ein Herz.

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Die Feder ist mein,
Mein Werkzeug der Gedanken,
Gedanken der Kunst.

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Formlos, schwerelos,
Zeitlos, leblos, atemlos,
Und doch, sind wir da.

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Gedänke meiner,
Ich bin die Vergangenheit,
Und du die Zukunft.

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Mit meinen Händen,
Erschuf ich neues Leben,
Und Philosophie.


- 404 - Schneeflocke

Eiskristalle formen eine Flocke,
Die durch den Wind tanzt, als wäre dies ein Ball.
Unter tausenden von Flocken, kann sich die eine behaupten,
Und wirbelt durch den Sturm, strickt Richtung meiner Wärme


Doch viel zu nah darf sie mir nicht kommen,
Meine Hitze würde ihr nur schaden.
Doch wie sehr ich mich doch nach ihr sehne,
Dieser einen Flocke von vielen.


Trotz derselben Formen,
Sind ihre Bewegungen so fremd,
Exotisch, schön anzusehen,
Kann ich mir eine kurze Berührung nicht erlauben.


Denn wohin würdest du vergehen,
Du meine Flocke im verworrenen Wind.
Würdest du meinen heißen Leib nur streifen,
Wäre dies gewiss dein Tod.


Und welches wäre mir das größere Leid,
Dich niemals ertasten zu können.
Meine Flocke im verworrenen Wind,
Die eine unter vielen, die doch so anders ist.


Würde es mir mein Herz rausreißen,
Wenn sich unsere Körper für wenige Augenblicke berührten.
Im Wissen das du vergehst,
Und einfach in meinen Händen schmilzt.


Welches von beiden wäre das größere Leid,
Erlöse mich von dieser Frage oh meine Flocke.
Was soll ich tun, wie soll ich handeln,
Du mein Flocke, die einzige.


Und ohne einen Augenblick zu verschwenden,
Berührtest du mich, du schmolzest dahin.
In meinen Händen Wasser und Salz,
Dein Opfer wand sich um meine Finger und meine Tränen vielen ein.


In meinen Händen ruht dein Erbe,
Für die Liebe gabst du dich auf.
Meine Schneeflocke die anders war, die durch den Wind tanzte als wäre dies ein Ball,
Du meine verlorene Flocke, opfertest dich.


Für eine Berührung.

- 403 - Klopfen

Leise Tropfen tropften tropfenweise um uns herum,
Denn der Regen regnete regnerisch auf dieser Welt nieder.
Und ein Sturm stürmte stürmisch, meine Erinnerungen fort.
Fort, hinweg, raus aus meinen Gedanken


Denn meine Gedanken waren Zucker,
Und langsam löste sich der auflösbare Zucker auf.
Verging, verschwand und kam nie mehr wieder,
Meine Gedanken waren verloren.


Die Tropfen klopften tropfend an mein Fenster,
Zu öffnen war ich bereits gewillt.
Verlieren könnt ich nichts mehr, außer mich und meinen Zuckerleib,
Sofern er aus Zucker bestand.


Ich ging hinaus und wurde nass,
Vom Regen gezeichnet, klopfte tropfend ein Tropfen auf meine Schulter.
Mein Blick fuhr hoch, zum bewölkten Himmel,
Und als wäre ich ein Haufen Laub, wehte mich der Sturm hinfort.


Meine Gedanken kamen nie mehr wieder,
Sie lösten sich einfach auf.
Und auch ich, ich kam nie mehr wieder,
Denn sie wehten mich fort.


Menschen verändern sich durch viele Dinge,
Einen einfachen Hauch, eine Böse einen Sturm.
Und unsere Einstellungen mögen vergehen,
Als wäre es Regen, eine Lösung oder gar eine Säure die es auflösen lässt.


Doch eines bleibt bestehen, egal welcher Sturm auch stürmt,
Welcher Regen fällt.
Das Herz, das Herz eines Menschen bleibt bestehen.
Und es schlägt und schlägt und schlägt.


Es klopft.

- 402 - Welt aus Asche

Auf unseren edlen Rössern ritten wir der Sonne entgegen,
Mit blitzenden Schwertern und gerötetem Stahl.
Wir fochten unsere Schlachten,
Und schlugen uns durchs Leben.


Sei es mit Dolch und Schwert, Schild und Bogen,
Wir zogen ferner Länder Städte ein.
Hoch geboren einem größeren Titel zu erlangen,
Ruhm und Ehre für dein Haus.


Wir ritten wie Brüder Seite an Seite,
Dicht gedrängt durch die Gärten.
Einer Stadt so unbekannt und neu,
Wie die Gesichter ihrer Bewohner.


Doch wohnen wir ihrer Herzen nicht inne,
Schlachten zogen uns immer ferner.
Der eigenen Heimat längst entrissen,
Und unserer Kinder Gesichter kaum mehr in Erinnerung.


Wir pflanzten unseren Samen inmitten fremder Länder,
Unseren Glauben gaben wir ihnen als Segen.
Doch war es nicht unserer den sie priesen,
Und in Ungnade fielen sie in Massen.


Das Kreuz war unser Zeichen, die Schwerter unsere Bibel,
Wir ritten für unseren Glauben, wir ritten für eine gerechte Sache.
Und im lodernden Feuer der Städte,
Zogen wir weiter um jene zu erlösen die nicht mehr zu retten sind.


Und mit den Pferden durch die Welt,
Lag hinter uns die Asche vergangener Tage.
Die Asche vergangener Welten,
Asche einer anderen Welt.


Wir haben diese Schlacht nicht verloren,
Doch verloren wir uns selbst.
Den Glauben für die gerechte Sache,
Um eine Welt vor dem Unheil zu bewahren.


Einem Unheil welches die in Ungnade gefallenen darstellen,
Wir ritten bis zum Ende der Welt.
Befreit von allen Übeln, mit dem Kreuz und dem Schwert in unseren Händen,
Die Welt erlöst, die Welt gerettet.

Und doch blieb uns, eine Welt aus Asche

- 401 - Staub

Es war auf einmal alles anders,
Als wäre dieser Ort gemacht aus Staub.
Jedes Korn sitzt an einem anderen Platz,
Fort geweht vom Wind.


Mit dem Wind kam die Veränderung,
Es fühlte sich einst so gut an.
Doch nun ist mir alles fremd,
So endlos fremd.


In meinen Händen hielt ich weder Schwert noch Schild,
Nichts hätte es aufhalten können.
Ich hielt stand, denn mein Leib ist aus Fleisch und Blut,
Doch die Welt aus Staub verging in einem Sturm, einem Sturm wie nie zuvor.


Ich zerbrach unter dem Gewicht einer geschundenen Welt,
Wollte ich das erhalten, was nicht zu erhalten galt.
Meine brüchige Welt aus Staub,
Eine Welt wie aus Glas.


Und ein Sturm ohne Gnade kam,
Er wehte alles hinfort was mir bekannt.
Ohne zu retten, was gerettet werden konnte,
Was es wert war zu bestehen.


Nichts erhielt sich, was aus Staub gebaut,
Und der Wind der Veränderung kam über uns.
Hätte ich mich an ihr binden sollen?
Oder tat ich dies nicht schon lang.


Denn langsam schwinden meine Glieder,
Zersetzt sich jeder Zentimeter meines Körpers.
Und wird fortgetragen an einen völlig anderen Ort,
Einem fremden, anders als er jetzt schon ist.


Werde auch ich mich verändern durch diesen Wind,
Werde ich wo anders neu erschaffen.
Vom Winde verweht ist mein ganzer Leib,
Wie Sand der durch den Wind fort weht.


Eine neue Welt steht mir bevor,
Eine neues Ich, der fremden Welt.
Und ein Neuanfang ist nicht zu übergehen,
Wenn wir, wie Staub vom Wind verwehen.