Mittwoch, 30. Oktober 2013

- 824 - Sinnfindung ( Haiku )

Wenn ich heute nicht,
Meinen Sinn entdecken kann,
Dann vielleicht morgen.

- 823 - Das letzte Bild

Als kalter Wind die Blätter blies,
Da stieß es mir durch mein Herz hindurch.
Und hinterließ nichts,
Nichts außer Ruhe.


Vom Rascheln umgeben,
Lässt mich nichts mehr beben.
Als die Blätter um mich rum,
Drumherum in meinem Leben.


Langsam ihre Farbe verlierend kann ich sie niemals vergessen,
Habe den Gedanken ewig besessen.
Ihn nie verdrängt,
Den Drang mein Sein an ihnen zu messen.


Ich bin ein Blatt im Wind und lass mich tragen,
An diesen kalten herbstlichen Tagen.
Die mich wegwaschen mit ihrem Regen,
Und nichts bleibt außer rege Fragen.


Wieso wir im Winde wehen,
Uns langsam drehen.
Bis wir auf den Boden schlagen,
Sogleich schlagend vergehen.


Heute trage ich die Erinnerungen in meinen Gedanken,
Von Ästen und Blättern die im Winde wanken.
Ein einsamer Fall, ich stürze,
Und das letzte Bild vor meinem Aufschlag.


Ranken.

- 822 - Strömung

Über uns eine Wand aus grau,
Unter uns ein Meer aus Spiegeln.
Die Welt geht unter,
Es stürmt, es regnet.


Bilder waschen fort,
Aus alten Gedanken.
Als wir in Farben dachten,
In Farben lebten.


Doch wir versinken im Fluss,
Werden mitgerissen.
Wir sind zu schwach,
Zu schwach für die Strömung.


Graue Fluten,
Wir gehen unter.
Wir sind allein,
Wir sind allein.


Doch die Strömung ist zu stark,
Reißt uns mit, reißt uns umher.
Bis wir versinken und versagen,
Untergehen und ertrinken.


Über uns eine Wand aus grau,
Unter uns ein Meer aus Spiegeln.
Wir betrachten uns selbst,
Und alles um uns herum.


Wir sind die Farbe,
Die langsam verbleicht.
Weil die Strömung alles von uns wäscht,
Bis nichts mehr bleibt.


Außer grau.

Montag, 21. Oktober 2013

- 821 - Tropfen ( Tanka )

Wie der Regen fällt,
So hören wir ein Wispern.
Leise, fast verstummt.

Doch was uns bleibst, sind Tropfen,
Tropfen die Welten tragen.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

- 820 - Einblick

Betritt die Kammern meiner Gedanken,
Und steige hinab in die Gefilde meiner Seele.
Bette dich in ihnen,
Finde Frieden und Geborgenheit.


Heute strahlt keine Sonne für uns,
Doch der Mond heißt uns willkommen.
Lass dich führen wo kein Pfad besteht,
Lass dich einfach tragen, wie vom Wind.


Die Zeit der Worte sei abgelaufen,
Doch wo wir wohnen brauchen wir sie nicht.
Hier wo wir sind,
Dort sprechen Herzen, Herzen und sonst nichts.


Ich breche ein Stück meiner Seele ab,
Und gebe es dir mit auf deine Reise.
Setzte es ein, ein in dich,
Als wärst du ein Mosaik.


Finde Frieden in meinen Gedanken,
In meinen Erinnerungen und meinen Träumen.
Denn so lege ich mich in die sanfte Umarmung deines Seins,
Deinem Ich und deiner Welt.


Bis wir schlafen und synchronisieren,
Ein Herzschlag, eine Sprache.
Trag mich fort von dieser Welt,
Sei meine Schwingen.


Die Sonne wendet sich ab,
Doch lass uns Geborgenheit im Monde finden.
Heute tragen wir die Kleider der Natur,
Heute kleiden wir uns im Mondlicht.


Und geben Einblick in unsere Seele.

Montag, 14. Oktober 2013

- 819 - Im Fleische meiner Ahnen

Mir zersplittert die Seele in kleine Fragmente,
Sie zerstreuen und gehen im Chaos verloren.
Kaputt, meine Seele ist kaputt.


Heute haben sie mir die Seele zerrissen,
Denn es gab nichts anderes, was sie mir hätten entreißen können.
Nichts was ihnen von Wert wäre.


Splittert mich und brecht meinen Leib in tausend Teile,
Tragt mich hinfort und zeigt mir euer Sein.
Zeigt mir wie ich mich wiederfinden kann.


Heute haben sie meinen Sinn gespalten,
Nebel befleckt meine Haut.
Und legt sich auf mich wie ein Schleier.


Zeichnet mich ab in dieser Welt,
Pflanzt meine Splitter und begießt sie mit Tränen.
Auf dass die schönsten Blumen dort ihre Blüten tragen.


Heute haben sie die Splitter gepflanzt,
Mich gereinigt und begraben.
Zusammengefügt und vervollständigt.


Heute, ja heute habe ich mich wiedergefunden,
Nicht im Sein der Anderen.
Sondern im Fleische meiner Ahnen.


In der Erde meiner Mutter.

Dienstag, 8. Oktober 2013

- 818 - Wenn Gedanken splittern

Du hast die schönsten Gedanken dieser Welt,
Ohne sie mit mir zu teilen.
Weil dir sowas nicht einfach fällt,
Doch möchte ich dort verweilen.


Denn du hast einen Teil deiner Gedanken verloren,
Und nicht bemerkt was der Wind mit sich trägt.
Denn legte ich erst einmal an deine Brust meine Ohren,
Dann hörten wir was dort schlägt.


Es ist fast so als hätte der Wind ein Stückchen abgetragen,
Einen Splitter deiner Gedanken entnommen.
Und ohne mir zu sagen,
Habe ich denselben Gedanken wie du bekommen.


Wenn Gedanken splittern, reisen Herzen mit ihnen,
Und pflanzen sich wie Samen in ihren Köpfen.
In Menschen die es genauso wie wir verdienen,
Etwas aus diesen Splittern zu schöpfen.


Ja, wenn Gedanken splittern dann geben wir etwas Liebe auf die Reise,
Ohne etwas zu sagen um durch Gefühle zu begreifen.
Verstehen wir auf irgendeine Weise,
An den Gedanken anderer Menschen zu reifen.


Und der Moment mag kommen,
Wenn unsere Gedanken splittern.


[ Inspiriert durch eine sehr kreative und lustige Person die ich gestern kennenlernen durfte. Für alle die wissen möchten was mich genau an ihr inspiriert hat gibt es einmal ->Inspiration<- ]