Freitag, 24. Januar 2014

- 839 - Auf hohen Ästen ( Haiku )

Auf hohen Ästen,
Scheint uns nichts mehr zu halten.
Außer... die Balance.

Donnerstag, 9. Januar 2014

- 838 - Lebenssphären

In einer Welt in der wir lüstern hungern,
Nach allem und doch nach nichts.
Gibt es nicht was uns je so schmecken könnte,
Wie die Sphären und ihr gleißendes Licht.

Denn köstlich wagen sie es meine Sinne zu umspielen,
Wärmen meinen Körper und meinen Geist.
Geben mir Anstöße weiterzublicken,
Selbst über den Horizont hinaus.

Und lüstern steigt die Gier, die so unstillbar scheint,
Mehr und mehr Sphären in mir aufzunehmen.
Denn vielleicht könnten sie,
Ja gerade sie, meine Zerrissenheit flicken.

Umhergerissen von all der Pracht,
Ihrer Vollkommenheit nah zu sein.
In dem Licht der Sphären zu baden,
Und etwas Ergänzung zu finden.

Ich wage es meine Augen zu schließen,
Prickelndes kribbeln unter meiner Haut.
Nur um meinem Atem freies Geleit zu lassen,
In eine Welt zu entfliehen, in der Lebenssphären existieren.

Ich verhungere, verdurste und kann nichts dagegen tun,
Denn die Gier scheint grenzenlos groß.
Ich mag entfliehen, rennen und einfach fort,
Kneife die Augen immer fester zu als....

Sanftes kitzeln meine bloße Haut umspielt,
Kühle die meine Füße umfängt.
Ich atme auf,
Ich atme frei.

Frei,
Freiheit und einen Herzschlag lang.
Nur einen Moment lang,
Glaube ich zu wandern.

Zu verspüren,
Und zu empfinden.
Zu begreifen,
Und zu verschwinden.

Mich zu entwinden,
Einzig aus der Realität zu spalten.
Da mir meine Sinne einen Streich zu spielen scheinen,
Auf einmal aus dem Nichts, die Natur zu hören.

Das Rauschen des Windes,
Den Gesang der Vögel.
Die Bewegung der tanzenden Bäume,
Und zwischen all dem... die endlose Ruhe.

Der Geruch frischen Grases liegt in der Luft,
Benebelt meine Sinne und lässt mich ruhen.
Endlich ruhen,
Ruhen bis ich einschlafe.

Als ich meine Augen aufschlage,
Verschlägt es mir die Sprache.
Denn ich scheine in einem Wald zu sein,
In dem nichts so scheint wie es wirklich ist.

Glühende Sphären die schweben und liegen,
Gleißende Lichter die um mich herumfliegen.
Und wärmende Leben greifbar nah,
Als wäre es schon immer da.

Die Sucht kommt auf,
Ich muss sie verschlingen.
Bevor ich daran vergehe,
Gehe ich lieber auf sie zu.

Ich taste mich vor,
Wandere durch kühle Gräser.
Wo kalter Tau,
Die Hitze hemmt.

Mit jedem Schritt,
Mit jedem Blick.
Mit jedem Atemzug,
Und jedem Sehnen.

Wächst die Gier,
Nach den strahlenden Sphären.
Ich wage sie zu ergreifen,
Um zu begreifen, was sie so köstlich macht.

Jeder neue Mensch,
Mit seinen neuen Gedanken.
Erschafft leuchtende Sphären,
Die sich in mir verankern.

Verketten und verheddern,
Ohne sich jemals lösen zu können.
Denn die Trennung würde meinen Tot bedeuten,
So und nur so bedeutsam sind diese Sphären.

Jede steht für etwas Besonderheit,
Für eine Kostbarkeit und Köstlichkeit.
Denn nichts tut so gut,
Wie sie in meine Seele fließen zu lassen.

Jedes Leben eine Sphäre,
Jede Sphäre ein Leben.
Ergehe ich in ihnen,
Während sie in mir zergehen.

Ich bin gierig es niemals missen zu müssen,
Jede Idee und Impression.
Ereignisse und Menschen,
Die in den Sphären wohnen.

Von ihnen zu lernen, sie mir einzuverleiben,
Bis auch sie Bestandteile meines Seins bleiben.
Lebensspähren die nicht vergehen wenn man sie isst,
So lange man keine von ihnen vergisst.

Und ich wandere nun in diesem Wald,
Sei es Realität oder Wahn.
Ich bin gierig,
Immer mehr zu erfahren.

Zu erfahren wer sie waren,
Und wer sie heute sind.
Ihre Geschichte zu kennen,
Von ihrem Sein zu kosten.

Ohne zu bedauern was es jemals kostet,
Weder Geld noch Zeit mag es lange dauern.
Zu verlangen was so lange Begierde schürte,
Die Gier selbst danach gierig zu sein.

Einmal nur noch einmal zu kosten,
Um in diesem Traum gefangen zu bleiben.
Ich schließe meine Augen,
Lasse meine Begierde ihren freien Lauf.

Und ich beginne zu laufen,
Während die Zeit an mir vorbeiläuft.
Sie rinnt, sie schmilzt,
Ja sie verläuft wie meine Realität.

Sie fließt zusammen mit allem was schien zu sein,
Und alles was ich sein kann....

Ist gierig.