Dienstag, 5. Juni 2012

- 338 - Ungewissen Schrittes

Wir gingen los um im Vergangenen uns selbst zu begegnen,
Durch den Nebel immer tiefer ins Ungewisse.
Ohne nur daran zu denken was uns dort treffen könnte,
Konnten wir nichts sehen, nichts hören und doch fühlten wir.

Wir fühlten uns so schwerelos obwohl die Schwere so drückend auf uns zu kam,
Wir bekamen in dieser Ruhe die Ruhe selbst und so gingen wir.
Schritt für Schritt, schritten wir immer tiefer hinein,
Hinein in den Nebel, in das Ungewisse in uns selbst.

Wir griffen nach vorne ohne etwas Greifbares zu erreichen,
Doch waren wir im Begriff zu begreifen es zu erreichen.
Ein Ziel obwohl wir kein Ziel vor Augen hatten, nur Nebel.
Und durch den Nebel schritten wir ungewissen Schrittes, immer tiefer.

Wo würden wir nur am Ende enden,
Wie würden wir es schaffen, was vor uns keiner zu schaffen wagte.
Wann würden wir merken dort angekommen zu sein, wenn wir nichts näher zu kommen scheinen,
Was wird uns dann dort erscheinen, wenn der Zeitpunkt kommt.

Im Nebel, der sich an uns schmiegt,
Wie Seide an unsere Haut.
Laufen wir ohne jegliches Gefühl für Zeit oder Raum,
Doch füllte es unsere Lungen, wir bebten, wir schritten weiter voran.

Durch den Nebel ins Ungewisse, in eine fremde Welt.
Fast als würden wir durch Wolken fliegen.
Unter uns der Boden,
Über uns der Himmel.

Wir schritten Schritt für Schritt,
Vielleicht einem Abgrund entgegen oder doch nur einen Weg entlang.
Wir gingen, ohne Furcht, denn zu fürchten gab es nicht.
Nur der Nebel und ich.

Aus dem wir wurde eine ich,
Und so ging ich gerade auf etwas zu.
Ohne zu erblicken was sich dort verbarg,
Ohne zu wissen wie mir geschah.

Und in dem Nebel so unscheinbar wie mir schien,
Schienen deine Augen durch ihn durch.
Und dein heißer Atem der die kühle Luft zum Kochen brachte,
Berührte meine Lippen, die die deinen umschlossen.

Ungewiss schritten wir durch den Nebel,
Ungewiss ohne daran zu denken was wohl wäre, was dort liegt.
Ungewiss war die Zeit, ungewiss war der Weg.
Ungewiss war mein Pfad, und doch.

.. war das gewiss ein schöner Kuss tief im Nebel.

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