Montag, 27. August 2012

- 424 - Befreiung

Von den Ketten gerissen tropfte das Blut jener zu unseren Füßen nieder,
Wir bedachten sie mit einem argwöhnischen Blick.
Sie hielten ihm stand, doch knieten sie vor uns nieder,
Kraftlos, atemlos, sinnlos.


Wir hatten die Wahl, die Entscheidung noch einmal zu überdenken,
Ihnen die Hand zu reichen und auf die Beine zu helfen.
Oder sie niederzustrecken mit dem Blut an unseren Händen klebend,
Sinnlos wäre diese Tat, doch die Entscheidung stand noch nicht fest.


In ihren Augen brannten Tränen der Wut, Tränen der Einsamkeit und der Schwäche,
So lange gekämpft, um von uns gerichtet zu werden.
Würden wir ihnen aufhelfen sich zu richten?
Oder wären wir ihr Richtschwert, das Ende aller Tage?


So weit sind sie gekommen, haben gekämpft, sich von den Ketten gerissen,
Während ihr Blut die schönsten Bilder am Boden malt, entscheiden wir.
Während wir warten und besprechen, denken und warten,
Zerstreut sich ihr Blut kraftlos auf dem Boden, bis es langsam vergeht.


Und die Ketten von denen sie sich lösten, sind mir die Inspiration die mir dazu fehlten,
Ich selbst hänge an ihnen und sie schnüren meine Lungen zu.
Atemlos stand ich still um zu entscheiden was ich tun soll,
Und ich half ihnen auf, einen Schritt näher zur Menschlichkeit.


Und wer über mich richten soll, soll es ebenfalls empfinden,
Sollen sie mir doch mein Richtschwert sein.
Viel zu lange standen wir ohne Atem still, ohne Kraft und ohne Sinn,
Doch die Befreiung all jener Dinge die uns wichtig sind, sind mir Sinn genug.


Gib mir die Kraft mich aufzurichten, während das Blut aus meinen Adern stößt,
Gib mir den Atem der mich nicht zusammenbrechen lässt, denn mein Verstand wird noch benötigt.
Gib mir den Sinn, in diesem sinnlosen Kampf für Gerechtigkeit,
Wenn wir nicht einmal gerecht sind zu denen, die es zu uns sind.


Mit der Befreiung jener fängt es an, auch wenn wir es noch nicht begreifen,
Werden wir uns lösen von den Ketten die uns ständig halten, egal wie groß der Schmerz auch wird.
Werden wir ihn ertragen und Schulter an Schulter,
Die Kraft, den Atem und den Sinn finden, der uns am Leben hält.


Als freies Individuum.

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