Freitag, 23. November 2012

- 546 - Alte Worte

Ich erinnere mich an alte Tage, an Worte die noch älter sind,
Ja ich erinnere mich noch ganz genau, ich war ein kleines Kind.
Mein Vater der leise zu mir sprach, pflegte immer zu sagen ganz Gescheit,
"Nimm'n Stein und baue dir damit ein Haus, denn dort drinnen steckt die Ewigkeit"


Seine Worte die ich nicht begriff, in den Zeiten die danach kamen,
Und ich zog los in die weite Welt, ohne dass wir sie richtig vernahmen.
Ich zog umher und fand die schönsten Dinge, doch eines war nicht dabei,
Und noch immer ich nicht begriff sein Sinn, wenn ich ihm keinen Glauben verleih.


Nach Jahren zog es mich in die Heimat wieder,
Regen prasselte auf mich nieder.
Das Feuer in unserer Hütte war schon längst erloschen,
Und bis zu dem Zeitpunkt gar keine Träne vergossen.


Die erste Träne fiel als ich es erfuhr,
Und der Schlag seines Herzens, war wie die Uhr.
Vorbei, verstummt, ich trat an sein Grab,
Und meine Tränen fielen tief hinab.


In der Verzweiflung die ich zu fühlen dachte,
Ein Feuer in mir entfachte.
Ich nahm einen Stein vom Boden und warf ihn voller Wut,
In die Fenster, der Boden getränkt mit seinem Blut.


Mit seinem Schweiß und seinen Tränen,
Die wohl nie mehr vergehen.
Und erst als die Scheiben klirrend zu Boden fielen,
Konnte ich den Sinn in meinen Gedanken spielen.


Ich machte die Tür auf und schritt hinein,
Blickte mich um, wo kann er sein.
Ich suchte am Boden und Schnitt mich in den Splittern,
Es regnet, es fällt, es wird gewittern.


Und als das Licht durch Blitz und Donner kam,
Dort sah ich den Stein den ich langsam an mich nahm.
Unter Tränen und Blut zog ich aus dem Haus,
Ja mein Weg der führte mich hinaus.


"Nimm'n Stein und baue dir damit ein Haus, denn dort drinnen steckt die Ewigkeit", das waren seine Worte,
Und erst jetzt nach all den vielen Orten.
Verstehe ich ihren Sinn und ihre Geborgenheit,
Denn Sinn, ihren Verstand, seine Zweisamkeit.


Die Worte meines Vaters die in meinen Ohren schallen,
Währen Regentropfen auf mich fallen.
Meine Tränen und mein Blut werden davon gespült,
Warum habe ich so spät erst einen Sinn verspürt.


Ich nahm mir Stein für Stein und baute auf seinen alten Worten auf,
Ja ich nahm jede Mühe in Kauf.
Und nach all den Jahren die nach dieser Nacht vergingen,
Mögen seine Worte in meinen Ohren erklingen.


Auch ich nun längst ein Vater bin,
Versteckt in meinen Worten derselbe Sinn.
Den mein Vater mir wie ein Samen pflanzte,
Als der Regen über unseren Köpfen tanzte.


"Dann nimm dir den Stein! Und bau dir das Leben, denn so soll es sein."
Ja mit diesen Worten nicht ganz allein.
Zeigte ich meinen Sohn die Welt und ihre versteckten Wege,
Meine Hoffnung die ich in dich Lege.


Nimm dir einen Stein und bau das Leben auf,
Schau zum Himmel stets hinauf.
Der Regen fällt in den dunkelsten Stunden,
Wenn wir unseren Geist mit Ignoranz verwunden.


Die Worte die mein Vater sprach,
Sind ein Teil derer die ich nun sag.
Und mit einem Samen im Herzen so gebe ich es von Vater zu Sohn,
Bis meine Worte dir innewohnen.


[ Ein großer Dank an Sidney der mir die Inspiration für diesen Text gegeben hat, die Idee mit den zwei Sätzen war einfach genial mein Freund. // Nehmen wir das Leben selber in die Hand, bauen wir uns unser Leben auf. Stein für Stein, Stück für Stück. Wir schmieden unser eigenes Glück ]

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